Dr. med. Edeltraud Kölbl

Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
Naturheilkunde Akupunktur

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Wechseljahre

Hormonelle Umstellungen leiten einen neuen Lebensabschnitt ein. Wie in der Pubertät sind auch die Wechseljahre eine Lebensphase, in der sich der Hormonhaushalt grundlegend umstellt. Wann die Wechseljahre beginnen und wie lange sie dauern ist ganz individuell. Wie der Name schon sagt handelt es sich hier um einen Prozess der Zeit braucht: „Wechseljahre“.

So kann bei manchen Frauen bereits mit 45 Jahren die Periode ausbleiben (Menopause = letzte Periode), bei anderen vielleicht erst mit 55 Jahren oder noch später.
Dieser Lebensabschnitt wird von Frau zu Frau anders erlebt, wenngleich viele Frauen die klassischen Symptome aufweisen:

Viele der Wechseljahrsbeschwerden sind auf hormonelle Schwankungen zurückzuführen, die durchlebt werden, bis sich ein neues hormonelles Gleichgewicht eingestellt hat. Wesentlicher Faktor für die körperlichen Symptome ist die sinkende Produktion der weiblichen Geschlechtshormone Progesteron und Östrogen.

Interkulturell und gesellschaftlich werden unterschiedliche Erlebensweisen beobachtet. Etwa 60% der westlichen Frauen erleben diese Zeit ohne Einschränkung ihrer Befindlichkeit. Ca. 30% klagen über geringe bis mittlere Beschwerden und nur 10% sind in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt. Ob eine Hormontherapie sinnvoll ist, hängt von Ihrem Alter, Ihrer medizinischen Vorgeschichte und Ihrem Beschwerdebild ab.

Die Hormontherapie in den Wechseljahren gehört zu den heftig diskutierten Themen. Wichtig ist, dass Nutzen und Risiken in jedem Einzelfall genau abgewogen werden und die Entscheidung mit Ihnen gemeinsam getroffen wird.

Bei ausgeprägten Wechseljahresbeschwerden kann eine Hormontherapie hilfreich sein. Die Therapie sollte allerdings möglichst niedrig dosiert sein und so kurz wie möglich andauern. So muss in regelmäßigen Abständen die Dosierung überprüft werden und die Behandlung sollte nicht länger als 5 Jahre dauern.

Für die hormonelle Therapie steht eine Vielzahl von Präparaten zur Verfügung. In Form von Tabletten, Spritzen, Gels, Pflaster, Vaginaltabletten und Vaginalcremes erlauben sie eine optimale Dosierung und – falls ausreichend – eine rein lokale Anwendung. Der Vorteil der transdermalen Therapie (Gels/Pflaster) ist die direkte Aufnahme der Hormone durch die Haut in die Blutgefäße und damit in den Blutkreislauf um ihre Wirkung dort zu entfalten. Somit wird eine Verstoffwechslung durch die Leber vermieden und Leber, Magen sowie Darm werden geschont. Auf diese Weise lassen sich mit einer geringen Dosis gleichmäßige Wirkspiegel erzielen.

Die Phytotherapie bietet mit einer Vielzahl von pflanzlichen Mitteln eine gute Alternative zur Hormontherapie. Pflanzenstoffe mit einem hohen Gehalt an Isoflavonen können Linderung bringen. Nach 2 Monaten sollte sich ein Behandlungserfolg einstellen.

Mit großem Erfolg werden in der Behandlung von klimakterischen Beschwerden Extrakte aus dem Cimicifugawurzelstock (=Traubensilberkerze) eingesetzt (Klimadynon®; Remifemin®).

Ein anderes bewährtes pflanzliches Mittel bei Wechseljahresbeschwerden ist ein Trockenextrakt aus der Wurzel des Rhapontikrhabarbers (Phytoestrol® N).

Eine ähnliche Wirkung wie die Isoflavone aus Soja scheint Rotklee zu haben (Menoflavon®).

Bei Hitzewallungen bieten sich verschiedene Heilpflanzentees an:

Zubereitung: 1 Teelöffel der Teeblätter mit ca. 150 ml heißem Wasser aufgießen und nach 10 bis 15 Minuten abseihen. 2-3 mal täglich eine Tasse trinken.

Bei Schlafstörungen hat sich der Einsatz von Baldrian, Hopfen und Melisse bewährt.

Depressive Verstimmungen lassen sich mit dem psychotrop wirksamen Johanniskraut behandeln. Johanniskrauthaltige Phytotherapeutika sind mit den pharmakologischen Antidepressiva in ihrer Wirksamkeit bei leichten und mittelschweren Depressionen vergleichbar.

Lavendel wirkt gegen innere Unruhe und Einschlafstörungen.

In der Balneotherapie haben sich regelmäßige Moorbäder zur Behandlung klimakterischer Beschwerden bewährt. Die Behandlung gynäkologischer Erkrankungen mit Moorbädern hat eine mehr als 150 Jahre alte Tradition.

Ein therapeutischer Erfolg ist hier bei der Anwendung eines dickbreiigen heißen Moorbades zu erwarten, das eine Temperatur von 40 Grad haben soll. Nur so wird schonend eine Körperkernüberwärmung erreicht, die dann bei den Patientinnen zentral gesteuerte Reglermechanismen auslösen.

Moorbäder sollten nicht bei Patientinnen mit Krebserkrankungen, akuten entzündlichen Erkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen , Myomen, Endometriose und Thrombose angewandt werden.

Eine gesunde Lebensweise mit ausreichenden Entspannungsphasen, körperlicher Bewegung und vollwertiger Ernährung kann den Befindlichkeitsstörungen entgegenwirken und das Wohlbefinden steigern. Die Reduzierung von Kaffee und Alkohol führt oft auch schon zu Verbesserungen. Es gibt eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten auf der Basis moderner medizinscher Erkenntnisse. Wir beraten Sie gerne unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Situation über mögliche Therapieformen um Ihre Beschwerden zu lindern.

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